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Wenn das Produkt zum Flirt wird – multimodale Textualität am Beispiel von In-App-Werbung bei Tinder

Neue Veröffentlichung im Journal "Lebende Sprachen":

 

Smyreck, Ralph (2019): „Wenn das Produkt zum Flirt wird – multimodale Textualität am Beispiel von In-App-Werbung bei Tinder“. Lebende Sprachen. Zeitschrift für interlinguale und interkulturelle Kommunikation 64 (2): 435–462. https://doi.org/10.1515/les-2019-0022.

 

Abstract:

 

Der Markt für Online- und Mobile-Werbung wächst kontinuierlich. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) konstatierte im Jahr 2017 in diesem Segment Nettowerbeinvestitionen von zirka 2 Milliarden Euro, allein in Deutschland. Digitale Werbung ist ein zunehmend wichtig werdender Bestandteil der Vermarktungsstrategien vieler Unternehmen. Für sie bietet Online- und Mobile-Werbung eine Vielzahl an Möglichkeiten, Produkte kreativ zu vermarkten. Werbung, die beispielsweise auf Smartphones und anderen mobilen Geräten angezeigt wird, besteht aus unterschiedlichen Teilen, die jeweils eigene Funktionen übernehmen, sich gegenseitig ergänzen und ein großes Ganzes formen. Klassische Elemente einer Werbeanzeige, wie statische Bilder und Werbetexte, werden immer öfter ergänzt durch kurze Videos, Musik sowie Links auf Websites oder Online-Shops. Das Erleben von Werbung erfolgt somit über mehrere Sinneskanäle gleichzeitig: auditiv, visuell und – aufgrund des Touchscreens vieler Geräte – haptisch. Gleichzeitig muss das Medium für eine Folgehandlung, etwa den Kauf des beworbenen Produkts, nicht gewechselt werden. Ein weiterer Vorteil dieses Werbekanals besteht zusätzlich darin, Anzeigen interaktiv gestalten zu können. Vor allem die sogenannte In-App-Werbung bietet Unternehmen hier viel kreatives Potenzial.

 

 

Im vorliegenden Beitrag werden aus sprachwissenschaftlicher Sicht vier interaktive Werbeanzeigen untersucht, die in der Dating-App Tinder geschaltet wurden. Eine Besonderheit dieser Anzeigen ist, dass sie das Verwendungsprinzip der App aufgreifen und den Nutzer dadurch zum notwendigen Bestandteil funktionierender Werbung machen. Zu Beginn des Beitrags wird kurz auf die Funktion von Tinder eingegangen, bevor Möglichkeiten zur Einbettung von Werbung innerhalb dieser App beschrieben werden. Im Anschluss werden theoretische Fragen zur Betrachtung von multimodalen Texten diskutiert und zentrale Begriffe erklärt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Untersuchung von mobiler Werbekommunikation. Im Rahmen der Analyse der Werbeanzeigen wird schließlich auf formaler und lexikalisch-semantischer Ebene gezeigt, wie sich die einzelnen Bestandteile und ihre jeweiligen Funktionen ergänzen, aufeinander beziehen und so ein komplexes, interaktives Konstrukt formen. Im Beitrag werden die interaktiven Möglichkeiten dieses Werbeformats aufgedeckt sowie die notwendigen Schritte und Handlungsanforderungen herausgearbeitet, die an den App-Nutzer gestellt werden, damit diese Form von Werbeanzeige ihre Funktion überhaupt in vollem Umfang erfüllen kann. Zum Schluss werden einige Chancen und Risiken dieses Werbeformats diskutiert und Anknüpfungspunkte für weitere Untersuchungsmöglichkeiten im Rahmen der Multimodalitätsforschung gegeben.

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Monografie: Werbefachsprache und Übersetzen

Ralph Smyreck - Werbefachsprache und Übersetzen

Mein Buch "Werbe(fach)­sprache und Übersetzen - Analyse, Vergleich und Übersetzbarkeit deutscher und englischer Werbetexte" ist im Verlag Dr. Kovač erschienen.

 

Abstract: 

 

Werbung wird allgemein nicht mit dem Begriff der Fachsprache in Verbindung gebracht. Als Form der strategischen Kommunikation folgt sie jedoch gewissen Mustern. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wodurch Werbung charakterisiert ist, wie sie wirkt und welche Unterschiede hinsichtlich der Sprachverwendung im Deutschen und Englischen existieren. Dazu werden Werbebroschüren aus dem Bereich der Fotografie analysiert. Im Anschluss werden Übersetzungsprobleme aufgezeigt, Lösungsvorschläge diskutiert und mit Beispielen aus den Werbebroschüren veranschaulicht. Abschließend wird auf Hilfsmittel für Übersetzer im Umgang mit Werbetexten sowie auf Aspekte der Honorargestaltung eingegangen.

 

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Eindrücke von der LICTRA 2017 in Leipzig

Vom 12. bis 16. März 2017 fand in Leipzig der 10. Internationale Kongress zu Grundfragen der Translatologie statt. Die LICTRA 2017  beleuchtete dieses Mal aktuelle Entwicklungen und Tendenzen in der Sprachmittlerbranche unter dem Leitgedanken "Translation 4.0 – Translation im digitalen Zeitalter". Unter dem Gesichtspunkt der vielen neuen Anwendungsbereiche von Internettechnologien und der sich damit verändernden Kommunikationsbedingungen gaben Vortragende aus aller Welt Einblicke in ihre Forschungsfelder.

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Transcreation – PR- und Werbetexte richtig übersetzen

Werbung soll innovativ sein, sie muss die Zielgruppe ansprechen und zum Kauf des Produkts animieren. Produktnamen müssen positive Assoziationen wecken. Bei der Übertragung von Marketingtexten in eine andere Sprache, in eine andere Kultur kann so einiges schief gehen. Was müssen Unternehmen beachten, wenn sie ihre Produkte im Ausland vermarkten wollen? Was sollten Übersetzer berücksichtigen, die mit dieser Textsorte konfrontiert werden?

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Maschinelle Übersetzung – gut oder böse?

Was maschinelle Übersetzungssysteme können, wofür sie sich eignen und wofür nicht.

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Britisches oder amerikanisches Englisch: muss beim Übersetzen wirklich unterschieden werden?

Warum es für den Erfolg einer Übersetzung entscheidend sein kann, die "richtige Variante" zu wählen.

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Das Muttersprachlerprinzip

Sollten Übersetzer nur in ihre Muttersprache übersetzen?

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Einen Übersetzungsauftrag richtig formulieren

Welche Informationen Sie dem Übersetzer bei einer Anfrage von Anfang an geben sollten.

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Übersetzungsgerechtes Schreiben

Was Sie bereits bei der Erstellung des Ausgangstextes beachten können, damit die anschließende Übersetzung gut wird.

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